Gruppentherapie bei ADHS: Gemeinsam Strategien für den Alltag entwickeln

Termine vergessen, Aufgaben aufschieben oder immer wieder an der eigenen Organisation scheitern: Viele Erwachsene mit ADHS kennen diese Situationen. In einer Gruppentherapie können solche Erfahrungen gemeinsam mit anderen Betroffenen aufgegriffen und konkrete Strategien für den Alltag entwickelt werden.

Wie funktioniert Gruppentherapie bei ADHS?

Gruppenangebote für Erwachsene mit ADHS können unterschiedlich aufgebaut sein. Häufig verbinden sie Psychoedukation mit verhaltenstherapeutischen Methoden. Themen können beispielsweise Zeitmanagement, Organisation, Impulsivität, Emotionsregulation oder der Umgang mit Selbstkritik sein.

Ein Vorteil der Gruppe kann darin liegen, unterschiedliche Lösungswege kennenzulernen und eigene Erfahrungen einzuordnen. Gleichzeitig bleibt ADHS individuell: Nicht jede Strategie funktioniert für jede Person gleich gut.

Was kann eine ADHS-Gruppe vermitteln?

In einer strukturierten Gruppentherapie können konkrete Strategien gemeinsam erarbeitet und im Alltag erprobt werden. Auch der Austausch über Schwierigkeiten wie Aufschieben, Vergesslichkeit oder Überforderung kann entlastend wirken.

Dabei ersetzt Gruppentherapie nicht automatisch andere Behandlungsformen. Je nach individueller Situation kann sie mit medikamentöser Behandlung oder weiteren psychotherapeutischen Angeboten kombiniert werden.

Was sagt die Forschung?

Verschiedene Studien zeigen, dass strukturierte Gruppentherapien Erwachsene mit ADHS unterstützen können. Untersucht wurden dabei unterschiedliche Ansätze, zum Beispiel Programme zu Zeitmanagement, Organisation und Planung, verhaltenstherapeutische Gruppen sowie achtsamkeitsbasierte Angebote. 

Dabei zeigten sich Verbesserungen bei ADHS-Symptomen, Problemen mit Organisation und exekutiven Funktionen sowie teilweise auch bei depressiven und ängstlichen Beschwerden und Lebensqualität. Einige Studien untersuchten Gruppentherapie zusätzlich zu einer medikamentösen Behandlung und fanden auch hier positive Effekte.

Eine aktuelle Meta-Analyse deutet zudem darauf hin, dass Gruppen- und Einzeltherapie unterschiedliche Schwerpunkte haben können: Gruppenbasierte Angebote zeigten positive Effekte auf ADHS-Kernsymptome, während Einzeltherapie besonders bei emotionalen Belastungen und der Lebensqualität gute Ergebnisse zeigte. 

Fazit

Gruppentherapie bei ADHS kann einen strukturierten Rahmen bieten, um die eigene ADHS besser zu verstehen, praktische Strategien zu entwickeln und Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Ob eine Gruppe geeignet ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Behandlungszielen ab.

Quellen

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