Über Autismus-Spektrum Störung (ASS)
Autismus, auch Autismus-Spektrum-Störung (ASS) genannt, ist eine komplexe neurologische, genetisch bedingte Veränderung der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung des Gehirns.
Über Autismus-Spektrum Störung (ASS)
Was ist Autismus?
Autismus ist charakterisiert durch untypische Arten des Denkens, der Bewegung, der Interaktion sowie der sensorischen und kognitiven Verarbeitung.
Die Symptome von Autismus können von Person zu Person stark variieren und reichen von milden Schwierigkeiten bis hin zu schwerwiegenden Einschränkungen. Für viele Menschen kann es eine Herausforderung sein, zu erkennen, ob sie selbst von Autismus betroffen sind.
Mit diesem Text werden einige häufige Anzeichen und Merkmale von Autismus sowie Möglichkeiten zur Selbstreflexion und professionellen Bewertung erläutert.
Häufige Merkmale
Anzeichen und Merkmale von Autismus
Soziale Interaktion & Kommunikation
Einer der häufigsten Merkmale von Autismus ist eine eingeschränkte soziale Interaktion und Kommunikation. Menschen mit Autismus können Schwierigkeiten haben, Gesichtsausdrücke zu verstehen, Blickkontakt aufrechtzuerhalten oder nonverbale Signale wie Gesten oder Körperhaltung zu interpretieren. Das kann zu unpassenden Reaktionen oder beim Gegenüber fälschlicherweise zu einer Wahrnehmung von Desinteresse führen.
„Ich höre die Worte, aber die Mimik und Gesten meines Gegenübers bleiben für mich stumm.“
Empathie & soziale Normen
Autistische Menschen könnten sich auch schwertun, Freundschaften zu schließen oder emotionale Empathie zu zeigen, d.h. sie können Schwierigkeiten haben, sich in die Gefühle oder Perspektiven anderer hineinzuversetzen. Autistischen Personen kann es schwerfallen, soziale Normen, Regeln oder subtile soziale Hinweise zu verstehen.
„Oft bemerke ich erst durch die Reaktion der anderen, dass ich eine ungeschriebene Regel verletzt habe.“
Repetitive Verhaltensweisen & fixierte Interessen
Ein weiteres häufiges Merkmal von Autismus sind repetitive Verhaltensweisen und fixierte Interessen. Dies kann sich durch eine intensive Fokussierung auf bestimmte Themen, Objekte oder Aktivitäten manifestieren. Personen im Spektrum können dazu neigen, ihre sozialen Interaktionen auf spezifische Themen oder Aktivitäten zu beschränken, die sie persönlich interessieren.
„Meine Interessen sind mein Anker; sie geben mir die Tiefe und Fokus, die der Alltag mir oft raubt.“
Routinen & Rituale
Viele Menschen mit Autismus können eine starke Präferenz für Routinen und Rituale haben, die ihnen Sicherheit, Struktur und Vorhersagbarkeit bieten. Diese Routinen können sich in verschiedenen Bereichen ihres Lebens manifestieren, einschließlich täglicher Unternehmungen, sozialer Interaktionen und Umweltpräferenzen.
„Ein fester Ablauf ist für mich kein Käfig, sondern der Schutzwall gegen das Chaos im Außen.“
Stimming
Repetitive Verhaltensweisen, auch „Stimming" („Self-Stimulating Behavior") genannt, können als routinierte Methoden auftreten. Stimming dient dem Schutz vor Reizüberflutung, aber auch zur Selbstregulation, kann auf sich selbst beruhigend wirken und inneren Druck abbauen. Es äußert sich zum Beispiel durch wiederholtes Handflattern, Flackern oder Schaukeln, aber auch Lautäußerungen.
„Das rhythmische Flattern oder Wippen ist mein Ventil, um die Spannung in meinem Körper zu lösen.“
Repetitive Verhaltensweisen & fixierte Interessen
Ein weiteres häufiges Merkmal von Autismus sind repetitive Verhaltensweisen und fixierte Interessen. Dies kann sich durch eine intensive Fokussierung auf bestimmte Themen, Objekte oder Aktivitäten manifestieren. Austische personen können dazu neigen, ihre sozialen Interaktionen auf spezifische Themen oder Aktivitäten zu beschränken, die sie persönlich interessieren.
„Licht, Geräusche und Berührungen kommen bei mir ungefiltert an – oft ist die Welt einfach viel zu laut.“
Autismus bei Kindern und Jugendlichen
Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind autistisch sein könnte, ist es hilfreich, auf frühe Signale zu achten, die über typisches kindliches Verhalten hinausgehen. Diese zeigen sich meist ungefiltert im Alltag:
Struktur & Sensorik
Veränderungen im Tagesablauf oder sensorische Überreizung (Lärm, Licht, Texturen) führen häufig zu massiven Reaktionen, die als schutzsuchende Selbstregulation (Meltdown) zu verstehen sind.
Soziale Kommunikation
Das Kind vermeidet häufig Blickkontakt oder reagiert nicht auf Ansprache, obwohl das Gehör intakt ist. Das „Teilen“ von Erlebnissen oder Gefühlen mit anderen erfolgt oft nicht intuitiv.
Spiel & Interessen
Statt fantasievoller Rollenspiele liegt der Fokus oft auf Details, dem Sortieren von Gegenständen oder einer intensiven Beschäftigung mit Spezialthemen.
Wie kann es behandelt werden?
Die Diagnose und ein besseres Verständnis der eigenen autistischen Wahrnehmung können eine positive Veränderung bewirken. Es geht dabei nicht um „Heilung“, sondern um Wege, den Alltag angenehmer zu gestalten und die eigenen Bedürfnisse besser zu integrieren.
Hier sind einige Ansätze:
Psychotherapie
Verhaltenstherapeutische Ansätze können helfen, Strategien für soziale Situationen zu entwickeln, den eigenen Energiehaushalt (Vermeidung von Burnout) besser zu managen und ein tieferes Verständnis für die eigene neurologische Struktur zu gewinnen.
Selbstmanagementstrategien
Die Etablierung individueller Routinen, der Einsatz von Hilfsmitteln (wie Time-Timer oder visuelle Pläne) und die Gestaltung einer sensorisch verträglichen Umgebung können die Lebensqualität maßgeblich steigern.
Soziale Unterstützung
Ein unterstützendes Umfeld, das Verständnis für die autistische Kommunikationsweise und den Bedarf an Rückzug aufbringt, spielt eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden.
Anpassung des Lebensstils
Die bewusste Steuerung sensorischer Reize (z. B. Einsatz von Noise-Cancelling-Kopfhörern), die bewusste Planung von Auszeiten zur Regulation und regelmäßige Bewegung können helfen, den „sensorischen Akku“ zu schonen.
Umgang mit Begleitsymptomen
Es gibt keine Medikamente gegen Autismus selbst. Jedoch können bei Bedarf Medikamente helfen, Begleitsymptome wie Ängste, Depressionen oder Schlafstörungen zu lindern, um den Alltag stabiler zu gestalten. Dies sollte immer engmaschig mit einem Facharzt besprochen werden.
Individueller Ansatz
Die Behandlung erfordert eine individuelle Herangehensweise
Die Begleitung erfordert eine individuelle Herangehensweise. Was für den einen hilfreich ist, kann für den anderen überfordernd sein – daher steht bei uns die Anpassung an Ihre persönlichen Bedürfnisse im Vordergrund.
Eine fundierte Diagnostik ist der erste Schritt zu einem besseren Verständnis Ihrer selbst und zur Entlastung im Alltag. Wenn Sie den Verdacht haben, autistisch zu sein, helfen wir Ihnen gerne dabei, Klarheit zu gewinnen. In unserer Praxis können Sie im Rahmen der Sprechstunde abklären, ob sie sich im Autismus-Spektrum befunden. In Zukunft werden wir auch spezifische Unterstützung in Form von Psychotherapie anbieten.
Nächste Schritte
Diagnostik-Prozess & Kosten
Wir bieten eine umfassende Diagnostik an, die sowohl vor Ort in Berlin als auch online (via zertifizierter Videosprechstunde) möglich ist.
Der Ablauf
1.
Fragebögen:
- 1,5 Stunden
- Sie füllen wissenschaftlich fundierte Fragebögen aus, um die Analyse durch therapeutische Fachkräfte zu unterstützen.
2.
Erstgespräch:
- 2 Stunden
- Ausführliche Anamnese und Berücksichtigung Ihrer Biografie sowie Ihrer Antworten in den Fragebögen.
3.
Befund & Beratung
- 1 Stunde
- Besprechung der Ergebnisse, Erläuterung der Diagnose und Beratung zu weiteren Schritten (z. B. Therapie, Nachteilsausgleich).
- Dokumentation & Gutachten
Innerhalb von etwa 3-5 Wochen erhalten Sie einen ausführlichen fachtherapeutischen Befundbericht. Dieses Dokument ist anerkannt bei Kliniken, Ämtern, Universitäten oder zur Beantragung eines Grades der Behinderung (GdB).
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